Holzbau Schmäh gewinnt Sanierungspreis 2019

Sanierungspreis in der Kategorie Dach

Sebastian Schmäh (Innung Bodenseekreis) ist nicht nur ein engagierter "Aktivposten", sondern auch ein wahrer Gewinner-Typ. Zum wiederholten Mal durfte er einen Ersten Preis entgegennehmen – diesmal den 'Sanierungspreis in der Kategorie Dach', der jährlich vom Rudolf Müller Verlag in Köln ausgelobt wird. Schmäh und sein Mitarbeiterteam wurden für die Sanierung eines Kirchturmes in Sipplingen am Bodensee ausgezeichnet.

Wir zitieren aus der Pressemeldung des Verlags:

"Abgerutschte Ziegel und somit Passantengefährdung waren die Gründe für die Prüfung des Kirchturms der Pfarrkirche St. Martin in Sipplingen, am Steilufer des Bodensees. Beauftragte Seilkletterer konnten erste Sofortmaßnahmen, wie die Sicherung der vom Absturz bedrohten Ziegel und die teilweise Befestigung schadhafter Ziegel, erledigen. Dies reichte jedoch bei Weitem für die Befreiung der Verkehrssicherungspflicht nicht aus. Die detaillierte Schadenskartierung zeigte deutlich, dass eine flächendeckende Renovierung des Kirchendachs notwendig war. Zudem standen weitere Aufgaben an: Überarbeitung des Glockenstuhls und der historischen Holzkonstruktion, Festigung und Teilerneuerung der Kupferbleche, Beseitigung von Schäden im Sandsteinbereich, neuer Anstrich, Nachvergoldung der Uhrenzifferblätter und der Kugeln sowie Renovierungsarbeiten an der Turmtreppe und des Turmaufgangs.

Die veranschlagten Kosten von 1,14 Millionen EUR sollte die Gemeinde Sipplingen aufgrund einer Anerkennungsurkunde aus dem Jahr 1896 verpflichtend übernehmen, was aber undenkbar war. Großzügige Kostenbeteiligungen seitens der Kirche und Drittmittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ermöglichten die umfassende Renovierung. Zuletzt wurde die Kirche 1979 saniert.

Der Kirchturm ist 58,50 Meter hoch und umfasst eine Dachfläche von 385 qm. Die Sanierung der Holzkonstruktion und der historischen Biberschwanzeindeckung wurde komplett von Holzbau Schmäh übernommen. Gut erhaltene Ziegel (zum Teil über 300 Jahre alt) wurden vorsichtig geborgen und bei der Neueindeckung wieder verwendet. 12.500 Ziegel mussten aufwendig in Form und Farbe nachproduziert werden. Dies geschah nach einem historischen Glasur- und Engobe-Verfahren bei der Firma JuRa Klinkerwerk, Julius Rall Leinfelden-Echterdingen. Um auf den Ziegeln die ursprünglich vorhandenen Färbungen widerzuspiegeln, wurden 15 verschiedene Glasuren hergestellt. Die Firstziegel wurden auf Basis des historischen Befundes speziell entwickelt, um Schäden durch Vermörtelung zu vermeiden und um die aktuelle Dachdeckernorm zu erfüllen. Ein Verlegeplan, bei dem das ursprüngliche Dachmuster eins zu eins erfasst wurde, erstellte die Studentin Patricia Bobschal im Rahmen ihrer Bachelorarbeit. Die neu benötigten Glasuren konnten direkt auf den Bestand abgestimmt werden. Exakt nach dem Musterplan befestigten die erfahrenen Mitarbeiter von Holzbau Schmäh, Meersburg die alten und nachgefertigten Ziegel wieder auf der renovierten Dachkonstruktion.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe wurde bei diesem Projekt unter allen Beteiligten – der Architektin, der Denkmalbehörde und den Handwerksgewerken – groß geschrieben. Hand in Hand wurde sichtbar großartiges geleistet: Der Sipplinger Kirchturm glänzt wieder über seiner Ortschaft und spiegelt sich auf dem Überlinger See wider … "

Alle Fotos: Rudolf Müller Verlag, Köln